
Mit einer neuen Gipsrecycling-Anlage in Mittelfranken will der Baustoffhersteller Knauf die Versorgung mit dem Rohstoff verbessern. Im Sommer soll der Spatenstich für die Werkstätte in Neuhof an der Zenn (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) erfolgen. Die Inbetriebnahme der Anlage, die das Familienunternehmen aus dem unterfränkischen Iphofen zusammen mit der BSR Ingolstadt, einem Spezialisten für Boden- und Baustoffrecycling, umsetzt, ist für Anfang 2027 geplant.
Der Recyclinggips soll an die rund 50 Kilometer entfernten Produktionsstandorte der Knauf Gruppe geliefert und dort in der Gipskartonplattenproduktion eingesetzt werden.
Knauf zufolge soll jährlich recycelter Gips im zweistelligen Kilotonnenbereich produziert werden, genauere Angaben wurden nicht gemacht. „Wir gehen davon aus, dass in der Anlage vorerst Arbeitsplätze im einstelligen Bereich entstehen“, teilte ein Unternehmenssprecher mit.
Gipsversorgung nicht gesichert
In Deutschland droht nach früheren Angaben von Knauf eine Lücke bei der Gipsversorgung - der Rohstoff wird etwa beim Hausbau, für Fundamente von Windrädern oder Brücken gebraucht. Grund für die Lücke sei der geplante Ausstieg aus der Stromerzeugung mit Kohle. Dabei fallen bisher große Mengen an sogenanntem Rea-Gips als Nebenprodukt an, die spätestens von 2038 an fehlen. Bislang würden über diesen synthetischen Gips gut 40 Prozent des Bedarfs gedeckt, über Naturgips 55 Prozent, der Rest durch Recycling.
Nach Angaben des Bundesverbands der Gipsindustrie kann Recyclinggips die entstehende Lücke auf absehbare Zeit aber nicht füllen. Knauf möchte daher nahe Würzburg ein neues Bergwerk zum Gipsabbau errichten. Dazu läuft derzeit ein Genehmigungsverfahren.
Probleme mit Staub? Der Knauf-Standort Neuhof wurde vom Landratsamt geprüft
Gravierende Emissionen und Probleme mit Staub seien nicht zu erwarten, erklärt Bürgermeisterin Wust. Das sei schon im Vorfeld geklärt und vom Landratsamt geprüft worden. Es sei jedoch zu erwarten, dass der Verkehr zunehme. Insgesamt sei die Freude im Neuhöfer Rathaus groß. „Als Gemeinde war es uns wichtig, dass ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Stabilität Hand in Hand gehen. Die geplante Anlage tut genau das: Sie schont Ressourcen, reduziert Emissionen und vermeidet Deponierung – und gleichzeitig stärkt sie unseren Standort ganz konkret.“ Wust weiter: „Für uns passt das wie die Faust aufs Auge. Vor allem, weil die Wertschöpfung in der Region bleibt.“
Noch 2026 soll es mit dem Bau der Halle losgehen. Wie der für Lieferketten bei Knauf zuständige Martin Brown, Geschäftsführer der Knauf Recycling Holding, ausführt, soll der „Recyclinggips aus Neuhof“ eine wichtige Ergänzung zum Naturgipsabbau werden. Maximilian Hammer, Geschäftsführer der BSR Bodensanierung Recycling, ergänzt: „Für uns ist dieses Projekt ein konsequenter Schritt in der Weiterentwicklung unseres Recyclingansatzes. Gips ist ein Baustoff, der sich bei entsprechender Qualität endlos wiederverwenden lässt.“
Laut den Knauf-Verantwortlichen liegt der jährliche Bedarf an Gips in Deutschland bei rund zehn Millionen Tonnen, in Bayern bei 1,6 Millionen Tonnen. Doch es drohe eine Lücke bei der Versorgung. Ein Grund sei der geplante Ausstieg aus der Stromerzeugung mit Kohle, bei der große Mengen an sogenanntem Rea-Gips als Nebenprodukt anfielen. Ab spätestens 2038 würden diese fehlen. Bislang würden über diesen synthetischen Gips gut 40 Prozent des Bedarfs gedeckt, über Naturgips 55 Prozent, der Rest durch Recycling.
Nach Angaben des Bundesverbands der Gipsindustrie könne Recyclinggips die entstehende Lücke auf absehbare Zeit aber nicht füllen. Knauf, das mehr als 300 Produktionsstätten und Vertriebsorganisationen in mehr als 90 Ländern auf allen Kontinenten betreibt und im Jahr 2024 mit rund 43.500 Mitarbeitenden nach Unternehmensangaben auf einen Umsatz von 15,6 Milliarden Euro kam, möchte daher nahe Würzburg ein neues Bergwerk zum Gipsabbau errichten. Dazu läuft derzeit ein Genehmigungsverfahren.

