Schwabach/Landkreis Roth - Neue Weltrekorde, glückliche Sieger: Der Datev Challenge Roth sorgt jeden Sommer für besondere Momente im Kreis Roth. Inzwischen laufen die Vorbereitungen für den Triathlon 2027. Alle Infos zu Ablauf, Stimmungsnestern, und Höhepunkten gibt es hier.
15.09.2026 11:00 Uhr

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Er ist der Höhepunkt jeden Sport-Sommers im mittelfränkischen Landkreis Roth: Der Challenge Roth ist jedes Jahr mit tausenden von Triathleten und Triathletinnen das teilnehmerstärkste Langdistanz-Rennen der Welt. Mit Hunderttausenden Zuschauern neben der Strecke, online oder vor dem Fernseher. Neue Weltrekorde und glückliche Sieger sorgten auch 2026 für emotionale Momente.

Und nach dem Challenge ist vor dem Challenge: Am Sonntag, 4. Juli 2027, findet der Triathlon erneut im Landkreis Roth statt. Auch dann werden wohl wieder einige der bekanntesten Profisportler auf der Langdistanz rund um Roth, Hilpoltstein, Büchenbach und Greding antreten - und vielleicht auf einen Weltrekord hoffen. Von prominenten Teilnehmern über Streckensperrungen bis zum Zielablauf - alle Informationen zur Datev Challenge Roth im Überblick.

Viele Spitzenathleten schätzen den Challenge Roth - wegen seiner besonderen Atmosphäre und weil dort immer wieder neue Weltrekorde aufgestellt werden. 2026 gab es ein prominentes Teilnehmerfeld bei den Profis. Neben Titelverteidiger und Ironman-Weltmeister Sam Laidlow kämpften unter anderem Olympiasieger Kristian Blummenfelt, Weltmeister Patrick Lange, Jonas Schomburg, und Rico Bogen um die Podiumsplätze.

Bei den Frauen wollte eigentlich die Vorjahressiegerin Laura Philipp wieder antreten, um ihren Titel zu verteidigen. Wenige Tage vor dem Rennen teilt sie auf Instagram mit, dass sie ihre Teilnahme schweren Herzens wegen ihres aktuellen Gesundheitszustandes absagen muss. Zurück kehrte Alanis Siffert, die mit ihrem Auftritt beim Challenge Roth 2025 für Aufsehen sorgte. Ironman-Vizeweltmeisterin Kat Matthews und die deutsche Triathletin Caroline Pohle gingen erstmals bei der Datev Challenge Roth an den Start.

Der Nürnberger Triathlet Andreas Dreitz beendete seine Triathlon-Karriere beim Challenge Roth 2026, Dreifach-Weltmeister Patrick Lange will es ihm 2027 gleichtun. Wer ansonsten 2027 als Starter antritt, ist aktuell noch nicht bekannt.

Immer wieder werden beim Challenge neue Weltrekorde aufgestellt. Sportfans haben daher mittags den sekundengenauen Blick auf die Uhr gerichtet. Daneben ist der Wettkampf aber auch für die einzigartige Atmosphäre mit unzähligen Stimmungsnestern beliebt.

Jedes Jahr sind unsere Reporterinnen und Reporter am Triathlonsonntag im Landkreis Roth unterwegs und berichten den ganzen Tag über von und neben der Strecke. Denn oft passieren die kuriosesten und emotionalsten Momente am Rande des Geschehens, in den Stimmungsnestern oder spätabends. Alle Impressionen gibt es nachzulesen im Liveticker von NN.de.

Der Startschuss für den Challenge Roth fällt immer mit dem Schwimmstart um 6.30 Uhr morgens. Dann stürzen sich tausende Athletinnen und Athleten bei Hilpoltstein in den Main-Donau-Kanal und treten über 3,8 Kilometer Schwimmen gegeneinander an - allerdings nicht alle gleichzeitig. Die Staffelteilnehmer sind erst später am Morgen dran.

Nach weniger als einer Stunde, geschätzt gegen 7.20 Uhr, steigen die ersten Spitzensportler um aufs Rad und machen sich auf die 180 Kilometer lange Fahrradstrecke durch den Landkreis Roth. Etwa ab 11.30 Uhr steht für die schnellsten Athleten dann der Wechsel zum 42 Kilometer langen Marathon an.

Ab 13.53 Uhr rechnete das Team des Challenge Roth 2026 mit dem Zieleinlauf des Triathlon-Siegers unter den Herren, ab 14.39 Uhr mit der Triathlon-Siegerin der Damen.

Ab 21 Uhr findet im Rother Stadtgarten die traditionelle Finishline-Party im Zielbereich statt. Gegen 23 Uhr kommen die allerletzten Läuferinnen und Läufer für die Wertung ins Ziel und werden von den Zuschauern mit einer einzigartigen Stimmung empfangen. Gefeiert wird dann mit einer farbenfrohen Drohnenshow.

Rund um den Challenge gibt es ein buntes Programm im Rother Stadtgarten, aber auch im benachbarten Hilpoltstein. Dazu gehören der Challenge for All und der Junior-Challenge für alle Nachwuchssportlerinnen und Sportler, ein Nightrun von Hilpoltstein nach Roth für Ausdauernde, aber auch die Willkommensparty am Freitag, die Expo im Triathlonpark sowie der Festival Market am Festplatz.

Am Sonntag, 4. Juli 2027, findet im Landkreis der Challenge Roth 2027 statt. Mehrere tausend Athletinnen und Athleten nehmen dann wieder am Challenge teil. Wer dazugehören wollte, musste schnell sein - und geduldig. Starter aus dem Landkreis Roth konnten sich bereits im Frühjahr registrieren.

Am Wettkampfmittag stellten sich dann die ersten Sportbegeisterten in die Schlange im Triathlonpark für das kommende Jahr und harrten dort über Stunden aus. 2026 standen erneut zahlreiche Menschen über Nacht in der Schlange, alles für das Erlebnis Challenge Roth.

Eine Woche später fand die Online-Anmeldung statt, dieses Mal am Montag, 13. Juli 2026 um punkt 10 Uhr. Innerhalb von 15 Sekunden waren alle Plätze vergeben. Seit 2024 gibt es eine Zusatzchance für Sportler im Losverfahren. Auch für 2027 werden Einzelstartplätze und Staffelplätze im Late Entry Draw nach dem Zufallsprinzip verteilt. Registrieren können sich Interessierte dafür zwischen dem 13. Juli und 9. November 2026 um 23.59 Uhr.

Sie kaufen dann ein Los für zehn Euro (oder mehrere, um die eigene Chance zu erhöhen) und landen damit im Lostopf für voraussichtlich 700 Einzelstartplätze sowie 35 Slots für Staffeln. Die Hälfte der Einnahmen werden an einen guten Zweck gespendet. Am 11. November 2026 werden im Losverfahren die letzten Plätze für den Challenge Roth 2027 vergeben.

Ab dann läuft nur noch die Anmeldung für die Helfer - tausende Freiwillige sind bei der Feuerwehr, bei BRK und Wasserwacht, aber auch an den Versorgungsstationen alljährlich im Einsatz - sowie für den traditionellen Challenge Kick-off.

Aufpassen muss, wer am Triathlonsonntag mit dem Auto (oder Motorrad) im Landkreis Roth unterwegs sein will. Denn 2024 war die Radstrecke erstmals komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt. Die Polizei Roth erstellte in Absprache mit dem Landratsamt Roth und den Organisatoren einen entsprechenden Verkehrsleitplan mit allen Sperrungen und Umleitungen erstellt.

Von der Vollsperrung waren allerdings nicht alle Anwohner begeistert - Berufspendler beklagten sich bei der Redaktion über lange Umwege. Aus Sicht der Polizei hatte sich das Konzept allerdings bewährt, daher wurde es mit kleinen Anpassungen auch 2025 und 2026 so umgesetzt.

Challenge-Profis sind meist mit dem Fahrrad im Landkreis Roth unterwegs. Wer allerdings Sport lieber von der Seitenlinie beobachtet, kann stattdessen das Shuttle-System der Veranstalter nutzen. Dieses wurde 2026 deutlich erweitert.

Egal, ob Zuschauer, Helfer oder Teilnehmender: Alle Shuttle-Linien sind für alle kostenlos nutzbar - ohne Voranmeldung. Es soll genug Plätze geben, verspricht das Team Challenge. Neu ab 2026 war ein durchgehendes Shuttle vom Schwimmstart am Kanal zum Solarer Berg. Außerdem wurden die Betriebszeiten nach der Finishline-Party verlängert - bis Mitternacht oder sogar 1 Uhr morgens sollte es so nach Hause gehen.

Shuttle 1 fuhr vom Rother Schulzentrum nach Hilpoltstein zum Schwimmstart (4-7 Uhr).

Shuttle 2 verkehrte von Roth Schulzentrum nach Heuberg über die Wechselzone 1 und den Solarer Berg (7 bis 1 Uhr).

Shuttle 3 transportierte Teilnehmende zwischen Wechselzone 2 und Heuberg über den Campingplatz und die Wechselzone 1 (18 bis 1 Uhr) und ist das einzige mit Fahrradanhänger.

Shuttle 4 war in vielen Runden durch die Kreisstadt - etwa vorbei an Bahnhof Roth, Lände Roth, und Innenstadt unterwegs (11 bis 0 Uhr).

Shuttle 5 war auf Pendelkurs zwischen Büchenbach und Roth etwa über den Bahnhof Büchenbach, Ortskern und Umgebung (11 bis 0 Uhr).

Von der Autonutzung raten die meisten Routiniers am Challenge-Sonntag ab. Wenn es aber nicht anders geht: In Roth bietet das Team Challenge einen Parkplatz in der Nähe des Triathlonparks an. Einfahrt ist über die die Belmbracher Straße direkt an der B2-Abfahrt Belmbrach.

Wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer der Challenge Roth genau hat, ist kaum zu zählen. Polizei und Veranstalter gingen 2025 von bis zu 300.000 aus - allerdings sind die Fans natürlich nacheinander erst beim Schwimmen, dann beim Radfahren und dann auf der Laufstrecke, sie werden also mehrmals gezählt beziehungsweise geschätzt. Das verzerrt möglicherweise die Zahlen.

Wer schon frühmorgens das einzigartige Flair eines Langdistanztriathlons kennenlernen will, sollte zum Schwimmstart an den Kanal kommen. Highlight der Radrennstrecke ist zweifellos der Solarer Berg in Hilpoltstein. Deutlich mehr Höhenmeter müssen die Radfahrer am Kalvarienberg in Greding bewältigen. Auch dort gibt es ein Stimmungsnest. Darüber hinaus sind praktisch in allen Orten entlang der Radstrecke kleinere und größere Gruppen am Straßenrand zu finden, die die Sportler anfeuern.

Nach dem Wechsel auf die Laufstrecke bietet sich für mobile Fans die Lände in Roth an. Hier kommen die Triathleten nämlich gleich dreimal vorbei. Hotspots beim Marathon sind darüber hinaus der Rother Marktplatz (Laufkilometer 30) und die Runde um den Büchenbacher Dorfweiher (Kilometer 36). Sie war beim Weltrekord von Jonas Deichmann ein beliebter Ort für Fans und Neugierige.

Der Challenge Roth 2026 war voller Höhepunkte, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. Mit beeindruckenden Leistungen setzten sich Sam Laidlow und Alanis Siffert an die Spitze und siegten beim Triathlon auf der Langdistanz. In 7:21:04 Stunden holte Laidlow den Weltrekord zurück nach Roth.

Neben den Spitzenathletinnen und Athleten stechen aber alljährlich auch andere Triathlon-Teilnehmende heraus. Besonders Mut machte 2026 die Para-Staffel von Susan Flemming aus Kammerstein, Markus Bachhuber aus Roßbach bei Passau und Hans Geber aus Cadolzburg.

Dass es keine Altersgrenze beim Challenge gibt, bewies eine Staffel, die gemeinsam 253 Jahre Erfahrung in die Waagschale werfen konnte.

Immer häufiger lassen sich Promis beim Challenge Roth blicken. 2026 sorgte ein Fernsehstar für Aufmerksamkeit - der aktuelle Bachelor Sebastian Paul hatte sportliche Ambitionen.

Seine Teilnahme hat 2024 für besonders viel Aufmerksamkeit gesorgt: Der Sänger und Songwriter Tim Bendzko lief beim Challenge Roth in der Staffel mit - unter großem Jubel, aber nicht ganz nach den Regeln. Für seine Fans gab es 2025 ein Wiedersehen - aber irgendwie war erneut der Wurm drin. Aber aller guten Dinge sind bekanntlich drei - 2026 klappte es endlich.

Es fällt auf: Immer mehr Influencer nehmen am Challenge Roth teil, ob in der Staffel oder alleine. Das ist durchaus erwünscht.

Und dann gibt es noch die ganz ungewöhnlichen Challenge-Teilnehmer. Menschen, die man kaum bei einem Langdistanz-Triathlon erwarten würde. Die Highlights aus über 40 Jahren.

Die Spitzenathleten sind auf der Strecke keineswegs unter sich. Tausende Sportlerinnen und Sportler, ebenso wie unzählige Helfer und Organisatorinnen im Hintergrund prägen den Triathlon. Sie haben alljährlich eine Mammutaufgabe vor sich, das verraten schon die Zahlen

Ohne sie ginge gar nichts: Hunderte Ehrenamtliche von Feuerwehr, THW, Rettungsorganisationen und Wasserwacht sorgen dafür, dass Athleten und Zuschauer sicher sind. Wir waren auf dem Boot dabei.

Einer, der von Anfang an dabei war, ist Wettkampfleiter Schwimmen Hans Raithel. Vor dem 40. Challenge-Jubiläum haben wir ihn besucht.

Wer in den vergangenen Jahrzehnten Bilder vom Challenge Roth angesehen hat, wurde vermutlich von ihm inspiriert: Salvatore Giurdanella hat mehr als 50.000 Fotos vom Triathlon gemacht.

Bequemes Hotelbett und ein langer Schlaf vor dem Triathlon? Manche Teilnehmer haben andere Ideen: Sie treffen sich alljährlich auf dem Campingplatz in Roth - ein besonderes Flair.

Und wer eine noch ungewöhnlichere Unterkunft sucht, wird in Roth an der Laufstrecke fündig. Dort treffen Fahrräder alljährlich auf Rollatoren.

Ohne sie wäre der Datev Challenge Roth nicht das, was ihn bei Hobby-Triathleten ebenso beliebt macht wie bei Spitzensportlern: Die unzähligen Menschen an der Strecke und den Stimmungsnestern, die so manchen Athleten über die Ziellinie gejubelt haben.

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