Nürnberg - Mit fast 400 Filialen in der Bundesrepublik sind diese Unternehmen durchaus Big Player in Deutschland. Nun droht jedoch das Aus – die finanzielle Lage ist schwierig. Wir klären auf.
08.03.2023 09:04 Uhr

Ob Fitnessstudios, Kultur- oder Freizeitveranstalter oder lokale Betriebe und Unternehmen. In den letzten knapp drei Jahren haben Tausende Betreiber während und durch die weltweite Covid-19-Pandemie buchstäblich ums Überleben gekämpft. Auch diese Ketten sind und waren von diesem Thema betroffen – schon bald könnten sie sich in Zukunft komplett aus Deutschland verabschieden und quasi aussterben. Die Rede ist von den Läden "Mäc Geiz" und "Pfennigpfeiffer". Laut einem Medienbericht werden für beide Parteien derzeit aktiv Käuferinnen oder Käufer gesucht. Von den angeblich konkreten Plänen will nun die Lebensmittelzeitung erfahren haben.

Die Fakten auf dem Papier: Derzeit befinden sich beide Ketten im Besitz der österreichischen Management Trust Holding AG (MTH). Demnach habe Konzernchef Martin Waldhäusl nun durchblicken lassen, dass man aktuell mehrere Optionen prüfe. Eine davon sei eben auch ein möglicher Komplettverkauf. Auch t-online.de berichtet mittlerweile in diese Richtung.

Aber – warum spielt man überhaupt mit dem Gedanken, sich von gleich mehreren Ketten zu trennen? Auch darauf hat Waldhäusl eine konkrete Antwort. So würden beide Unternehmen "nicht hundertprozentig" zum restlichen Handelsgeschäft der MTH passen. Daher stelle man sich aktuell die Frage, ob "Mäc Geiz" und "Pfennigpfeiffer" nicht bei einem anderen Eigentümer besser aufgehoben wären. Derzeit befinde man sich aber noch in einem "ergebnisoffenen Prozess". Heißt konkret – leider maximal unbefriedigend vor allem für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – buchstäblich alles kann noch passieren. Beide Filialen verkaufen übrigens keine Lebensmittel, sondern hauptsächlich Haushaltswaren.

Die größte Dichte an Filialen gibt es in Ostdeutschland. Bundesweit kommen beide Unternehmen auf rund 390 Läden. Aber auch in Nürnberg gibt es zwei Mäc-Geiz-Filialen, in der Pillenreuther Straße und am Stresemannplatz. Auch in Schwabach, Hilpoltstein und Röthenbach an der Pegnitz ist die Kette vertreten. Pfennigpfeifer hat nur eine Filiale in der Region, ebenfalls in Röthenbach an der Pegnitz.

Der zusammengerechnete Jahresumsatz belief sich zuletzt auf rund 200 Millionen Euro. Vor allem während der Corona-Pandemie sollen die Ketten millionenschwere Verluste eingefahren haben. Bereits im Jahre 2013 hatte "Mäc Geiz" Insolvenz angemeldet, damals konnte man sich aber noch einmal retten – durch die Übernahme von MTH. Nun könnte jedoch auch dieses Kapitel zu Ende gehen. Ausgang wie oben bereits geschildert aber: noch völlig offen.